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Venedig-Impressionen + Insider-Tipps

 

Die schönste Ännäherung an Venedig ist vom Wasser aus.  

 

 

Wer den Markusplatz für sich haben möchte, erscheint am besten vor 10 Uhr – hier war es sogar am Ostersonntag 2019 (nicht zu Corona-Zeiten). Das legendäre Café Florian auf der rechten Seite am Platz öffnet gegen 11 Uhr. Wer hier unbedingt einen  "Kaffäh“ (caffè = Espresso) oder Capuccino trinken möchte, tut das besser im Stehen an der Bar, im Sitzen kostet er ein Vermögen – Gleiches gilt für die berühmte Harry’s Bar in der Nähe. Übrigens: Italiener trinken allenfalls morgens einen Capuccino, ihren Caffè dafür jederzeit. Wer einen Kaffee lungo wie in Deutschland möchte, sollte einen Caffè americano bestellen.  

 

 

San Marco mit seinen beeindruckenden Goldmosaiken auf keinen Fall versäumen! Je später nach 15 Uhr, desto kürzer die Schlangen.  

 

Rialto-Brücke und Canal Grande von der obersten Etage im Fondaco dei Tedeschi.

 

 

Fondaco dei Tedeschi, luxuriös restauriertes ehemals deutsches Handelshaus bei der Rialto-Brücke, dort in den letzten Stock fahren und die herrliche Aussicht genießen, anschließend die modisch extravaganten und sündhaft teuren Luxusmarken für (vorwiegend japanische, chinesische oder russische Klientel) auf jeder Etage bestaunen und die Raumwirkung genießen. 

 

 

Den Canal Grande mit all seinen Palazzi kann man mit der Linie 1 in der ganzen Länge befahren: von San Marco S. Zaccaria (unbedingt via Rialto! lösen) bis Ferrovia St. Lucia am besten früh am Morgen, also vor 10 Uhr.

 

Ca d' Oro – der schönste unter all den Pallazi am Canal Grande (nahe Rialto)

 

Venedig morgens im Frühjahr wie so häufig im Nebel hier schon etwas lichter – davor war er so dicht, dass ich erst am Fondamente di Zattere gemerkt habe, dass das Vaporetto von Piazzale Roma (Busparkplatz) nicht durch den Canal Grande, sonders außen rum gefahren ist

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Einer meiner Lieblingsplätze am Canal Grande zwischen Fischmarkt und Rialto noch leicht im Nebel. Hier kann man zu zivilen Preisen essen, anders als auf der anderen (Touri-)Seite der Brücke.

 

Gleiche Ansicht 2 Stunden später

 

Der Fischmarkt ist ein echtes Erlebnis, dafür lohnt sich frühes Aufstehen, am besten vor 10 Uhr dort sein. Nicht am Sonntag und Montag.

 

 

 

In Marktnähe, tiefer rein ins Viertel San Polo, findet man generell recht gemütliche kleine Restaurants, die nicht teuer sind. Und wenn man Venedig abseits der Touristenströme erkunden möchte, braucht man gar nicht weit zu gehen: In den äußeren Vierteln Cannaregio und Castello gibt es viele pittoreske Ecken und interessante Kirchen wie z. B. Santa Maria dei Miracoli und Madonna dell’Orto (Tintoretto) und das Wohnhaus des Malers zu entdecken. 

 

Das Wohnviertel Cannaregio war selbst am Ostersonntagmittag ziemlich ruhig – herrlich! 

 

Die letzte verbliebene Gondelwerft in Venedig. Schräg gegenüber über dem Kanal befinden sich zwei ziemlich populäre Bacari (traditionelle Weinstuben) – dort trifft man sich zu einem guten Glas Wein und isst dazu eine verführerische Auswahl Cicchettis (variantenreich belegte Brote). Urig, aber meist brechend voll: Cantine del Vino Già Schiavi. 

 

 

Angesichts der mächtige Kreuzfahrtriesen stockt einem vor Schreck der Atem. Diese Kolosse besiegeln Venedigs Untergang, wenn sie nicht bald verbannt werden.   

 

 

Auch die malerischen Gondeln dienen heute hauptsächlich noch dem Amüsement der Touristen, dabei kommen sie in den engen, vielbefahrenen Kanälen allenfalls stop-and-go voran. Ich würde sagen rausgeschmissenes Geld, aber die Gondoliere müssen ja auch leben.

 

 

Und so sieht es auf der Nordseite der Rialto-Brücke aus – hier wälzen sich die täglichen Touristenströme entlang.

 

Marktboot im Viertel Dorsoduro

Bummel durch das Viertel San Polo – gar nicht weit von der Rialto-Brücke

 

Da lacht das Fotoherz bei so malerischen Winkeln und Ansichten.

Mein Tipp: Die Stadt zeitversetzt gegenüber den Touristenströmen erkunden: also zuerst die äußeren Viertel, und wenn die Touris weg sind, die Hauptattraktionen rund um den Markusplatz und Rialto, so entgeht man den Massen. Oder eben ganz früh. 

 

Cannaregio am Sonntagmorgen – hier trifft man Venezianer bei einem Glas Wein und Ciquettis

Cicchetti (fantasievoll belegte Brote), dazu ein Glas Wein aus dem Veneto und uriges Ambiente in den gemütlichen Bacari – was will man mehr!

  Viele nette, kleine Osterie in San Polo

 

Der Hauptplatz im sogenannten Ghetto, das immer noch hauptsächlich von Juden bewohnt ist. Auffallend die für Venedig vielstöckigen Häusern, weil so viele Juden auf engstem Raum zusammen leben mussten. Eindrucksvoll auch die folgende Plastik am Platz über die Deportation. 

 

 

Dorsoduro: Blick von der Accademia-Brücke – wie ein Gemälde

Tipp: Für den Besuch der Pinakothek dell’Accademia neben der Brücke – mein Lieblingskunstmuseum (3 Stunden für den Besuch veranschlagen) – sollte man am besten vor 10 Uhr da sein, dann braucht man nicht lange anstehen. 

 

Murano-Glaskunst

 

Unbedingt die Insel Burano mit ihren knallbunten Häusern besuchen, Murano hat mir dagegen nicht so gefallen, viel 08/15-Glaskitsch (meist Made in China), den es in den Minilädchen im Zentrum meist sogar billiger gibt. 

Und noch ein Tipp: Ein- bzw. Zwei- oder Dreitagesticket für die Vaporetti kaufen (23 €/33 €/43 €) an den Anlegern. Damit kann man beliebig überall hinfahren, auch auf die äußeren Inseln wie Murano und Burano. 

    

Die Lagune im mystischen Nebel

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