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Venedig-Impressionen + Insider-Tipps

 

1) Den Canal Grande mit all seinen Palazzi kann man mit der Linie 1 in der ganzen Länge befahren: von San Marco S. Zaccaria (unbedingt via Rialto!) bis Ferrovia St. Lucia am besten früh am Morgen, also vor 10 Uhr

2) Pinakothek dell’Accademia– mein Lieblingskunstmuseum (3-4 Stunden) ebenfalls am frühen Morgen vor 10 Uhr, dann weniger Andrang

3) San Marco (gigantische Goldmosaiken, nicht versäumen!) oder den Dogenpalast (mir zu schwulstig) am besten erst nach 15 Uhr anstehen, dann sind die meisten Touris und damit die Schlangen weg. 

4) Hörens- und erlebenswert: Abendkonzerte in den Kirchen, Aushänge beachten

 

Markusplatz an einem Sonntagmorgen vor 10 Uhr

 

5) Ein Espresso (aussprechen: „un Ka-ffäh“) im Stehen am Tresen im legendären Café Florian auf dem Markusplatz trinken, im Sitzen kostet er ein Vermögen – gleiches gilt für die berühmte Harry’s Bar in der Nähe. Übrigens: Italiener trinken allenfalls morgens einen Capuccino, ihren Caffè (Espresso) dafür jederzeit. Wer einen Kaffee lungo wie in Deutschland möchte, sollte einen Caffè americano bestellen.  

6) Fondaco Dei Tedeschi, luxuriös und wunderschön restauriertes ehemals deutsches Handelshaus bei der Rialtobrücke, in den letzten Stock fahren und die herrliche Aussicht auf Rialto und Canal Grande genießen, anschließend die modisch extravaganten und abgefahrenen sowie sündhaft teuren Luxusmarken für (vorwiegend japanische, chinesische oder russische Klientel) bestaunen. 

7) Für Kunstinteressierte lohnt es sich die Kirchen abzuklappern (Tour vorher ausarbeiten), dort hängen jede Menge Tizians, Tintorettos und andere berühmte venezianischen Maler, kostenlos zu besichtigen.  

 

Venedig morgens im Frühjahr wie so häufig im Nebel – der war so dicht, dass ich erst am Zattere gemerkt habe, dass das Vaporetto von Piazzale Roma (Busparkplatz) nicht durch den Canal Grande, sonders außen rum gefahren ist.

Gleiche Ansicht 3 Stunden später

Der Fischmarkt ist ein echtes Erlebnis, dafür lohnt sich frühes Aufstehen

 

8) Wer den pulsierenden Fischmarkt, nahe Rialto, sehen möchte, muss früh aufstehen und sollte dort schon spätestens vor 11 Uhr sein.

9) Wenn man danach vom Markt zur Rialto-Brücke läuft, stößt man kurz davor auf eine Handvoll kleiner, preiswerter Restaurants mit Außensitzplätzen am Kanal mit tollem Blick auf den Canal und die Rialto-Brücke – die Touristenfallen liegen auf der anderen Seite der Brücke. In Marktnähe, tiefer rein ins Viertel Sao Polo, findet man generell recht gemütliche kleine Restaurants, die nicht teuer sind. 

10) Und wenn man Venedig abseits der Touristenströme erkunden möchte, braucht man gar nicht weit zu gehen: Bei reizvollen Spaziergängen gibt es in den Vierteln Cannaregio und Castello viele pittoreske Ecken und interessante Kirchen wie z. B. Santa Maria dei Miracoli und Madonna dell’Orto (Tintoretto) und das Wohnhaus des Malers zu entdecken, auch das Arsenaledie geschichtsträchtige Schiffswerft der Seerepublik Venetiens, leider nur von außen. 

Das Wohnviertel Cannaregio mit interessanten Künstler-Kirchen war selbst am Ostersonntagmittag ziemlich ruhig – herrlich! 

Tipp 11

Tour durch die Bacari (traditionelle Weinstuben) – dort wie die Venezianer zu einem Glas Wein Cicchettis (variantenreich belegte Brote) schlemmen. Urig, aber meist brechend voll: Cantine del Vino Già Schiavi, nahe Zattere, schräg gegenüber von der Gondelwerft. 

 

Mächtige Kreuzfahrtriesen – Venedigs Untergang  

Rialto Nordseite – und hier die täglichen Touristenströme

Marktboot im Viertel Dorsoduro

Bummel durch San Polo nicht weit von der Rialto-Brücke

Cannaregio am Sonntagmorgen – hier trifft man Venezianer bei einem Glas Wein und Ciquetti-Schlemmen – kaum Touris 

Cicchetti (fantasievoll belegte Brote), dazu ein Glas Wein aus dem Veneto und uriges Ambiente in den gemütlichen Bacari – was will man mehr!

 

    12) Sehenswert auch das Ghetto (das ehemalige Judendviertel). Dann den benachbarten 

Fondamente de la Misericordia entlangschlendern und einige gemütliche Bacari entdecken   

    

 

Der Hauptplatz im Ghetto, immer noch stark von Juden bewohnt – sehr eindrucksvoll, vor allem die folgende Plastik über die Deportation 

Der Blick von der Accademia-Brücke – wie ein Gemälde

13) 

      Zeitversetzt gegenüber den Touristenströmen die Stadt erkunden: also zuerst die äußeren Viertel, und wenn die Touris weg sind, die Hauptattraktionen rund um den Markusplatz und Rialto, so entgeht man den Massen. 

 

Murano-Glaskunst

 

14) Unbedingt die Insel Burano mit ihren knallbunten Häusern besuchen, Murano hat mir dagegen nicht so gefallen, viel 08/15-Glaskitsch (meist made in China), den es in den Minilädchen im Zentrum meist sogar billiger gibt. 

     

     15) Ein- bzw. Zwei- oder Dreitagesticket für die Vaporetti kaufen (23 €/33 €/43 €) an den Anlegern. Damit kann man beliebig überall hinfahren, auch auf die äußeren Inseln wie Murano und Burano. 

     

     16) Und noch ein Tipp: Wer mit Zelt/Rucksack unterwegs ist, für den ist der Camping Fusina an der Lagune  gegenüber Venedig ein toller Tipp, wird nur im empfehlenswerten Müller-Reiseführer Venetien beschrieben, sonst nirgends (www.campingfusina.com). Von weitem sieht man die Skyline von Venedig, stündlich verbindet ein Motoscafo den Platz mit dem Fondamente di Zattere in Venedig (leider nicht im Tagesticket enthalten), letzte Abfahrt am Tag zum Platz um 22.30 Uhr. Der gepflegte Platz ist ein Hotspot für junge Leute, es gibt eine Disco, Schwimmbad, Restaurant und Mietbungalows. Liegt direkt an der Schifffahrtsstraße, d. h. direkt vor der Nase fahren die große Pötte vorbei. Toll! Und das Hinterland, sozusagen vor Venedig, bietet am Brenta-Kanal wunderschöne Entdeckungen mit einem halben Dutzend Palladio-Palazzi und viel beschauliches Idyll.  

 

Die Lagune im mystischen Nebel

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